Flüchtlinge - Asylbewerber - Migranten

Migrant

Ein Migrant ist eine Person, die von einem Land zum anderen wandert beziehungsweise umzieht. Aus Sicht ihres Herkunftslandes sind Migranten Auswanderer, aus Sicht des Aufnahmelandes Einwanderer. Die meisten Migranten sind Arbeitsmigranten.

Menschen mit Migrationshintergrund

Der Begriff "Menschen mit Migrationshintergrund" fasst Migranten und deren Nachkommen unabhängig von ihrer tatsächlichen Staatsbürgerschaft zusammen.
Etwa ein Fünftel der in Deutschland lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Die Hälfte dieser Menschen hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Mehr als drei Viertel der Ausländer stammen aus Europa (EU-28), ein knappes Drittel aus der Türkei.

Weitere Statistiken

Flüchtling

Als Flüchtling gilt nach der Genfer Flüchtlingskonvention eine Person, die "aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Ethnie, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will."

Nach Angaben der UNHCR waren 2014 Weltweit knapp 60 Millionen Menschen auf der Flucht - etwa 20 Millionen Menschen haben dabei ihr eigenes Land verlasen. Über 80 Prozent der Flüchtlinge bleiben jedoch in ihrer Herkunftsregion – oft deshalb, weil sie auf eine Rückkehr hoffen, aber auch, weil ihnen die Möglichkeiten zur Weiterflucht fehlen. Etwa 38,2 Millionen fliehen innerhalb ihres eigenen Landes, ohne dabei internationale Landesgrenzen zu überschreiten. Sie zählen daher nicht als Flüchtling gemäß Genfer Flüchtlingskonvention sondern werden als Binnenvertriebene (Internally Displaced Persons – IDP) bezeichnet.

Asylbewerber

Flüchtlinge können auf deutschem Boden einen Asylantrag stellen. Die Asybewerber erhalten eine Aufenthaltsgestattung - sie dürfen sich in einem zugeweisenem Bezirk aufhalten aber in den ersten Monaten keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Asylbewerber erhalten staatliche Leistungen, die etwa 10% unterhalb des Hartz-IV regelsatzes liegen.

Typische Gründe für eine Anerkennung als Flüchtling sind politische Verfolgungen im Heimatland aufgrund der Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder der Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe. Wirtschaftliche Not, Hungersnot oder eine Umweltkatastrophe werden nicht als Asylgründe anerkannt. Grundsätzlich muss ein individueller Grund vorliegen.

Die Anzahl der jährlich gestellten Asylanträge schwank stark, je nachdem wieviele Kriege und Kriesen die Menschen in die Flucht treiben. In Deutschland gab es 1995: 166.951 Asylanträge, 2008: 28.018 Asylanträge, 2014: 202.834 Asylanträge. 2015 wird mit aufgrund der Kriesen in nahen Osten mit der Ankunft von 800.000 Flüchtlingen gerechnet.

Sicherer Drittländer

Asylbewerber, denen die Einreise nach Deutschland über einen "sicheren Drittstaat" nachgeweisen werden konnte, wurden in der Vergangenheit in der Regel abgelehnt. Derzeit flüchten jedoch sehr viele Flüchtling über solche sicheren EU-Staaten nach Deutschland. Diese Staaten sind mit der Anzahl an Flüchtlingen überfordert und lassen diese ohne Registrierung durchreisen.

Flucht aus Bürgerkriegsländern

Krieg, Bürgerkrieg oder eine Kriegsdienstverweigerung allein waren in der Vergangenheit kein ausreichender Grund für die Gewährung von Asyl. Aktuell (2015/2016) wird jedoch einem sehr großer Anteil der Flüchtlinge, die vor dem Bürgerkrieg aus Syrien fliehen, Asyl gewährt. Dieses schnelle Anerkennungsverfahren gilt jedoch nicht für alle Herkunftsländer, in denen Menschen vor Kriegen oder Bürgerkriegen fliehen.

Anerkannte Flüchtlinge

Anerkannten Flüchtlingen wird Asyl gewährt - sie erhalten eine Aufenthaltserlaubnis und dürfen einer Erwerbstätigkeit nachgehen.
In Deutschland werden jedes Jahr etwa ein Drittel aller Asylanträge angenommen.

Abgelehnte Asylbewerber

Abgelehnte Asylbewerber werden durch die Ablehnung ausreisepflichtig. Im Fall einer Nichtausreise droht die Abschiebung.

Geduldete Person

Personen bei denen eine Abschiebung aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen (zunächst) nicht durchgeführt werden kann, erhalten den Status der Duldung. Sie haben ein vorübergehendes Aufenthaltsrecht in einem Bundesland - eine "vorübergehende Aussetzung der Abschiebung". Dem Ausländer wird hierdurch bescheinigt, dass er ausländerbehördlich registriert ist. Grundsätzlich dürfen geduldete Personen nicht arbeiten.

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