Unabhängige Medien - Lügenpresse

Der Journalist

"Unabhängiger Journalismus"? So etwas gibt es nicht. Kein Mensch ist in der Lage völlig neutral über ein Thema oder ein Erlebnis zu berichten. Die Persönlichkeit und politische Einstellung des Betrachters fließt immer in die Berichterstattung mit ein. Natürlich kann sich der Journalist um eine objektive Berichterstattung bemühen - aber den "unabhängigen, objektiven Journalismus" gibt es nicht.

Der Herausgeber

"Unabhängige Tageszeitung"? Völliger Quatsch. Jeder Herausgeber verfolgt ein Interesse. Grundsätzlich möchte jeder Herausgeber viele Leser/Konsumenten - allein das kann schon Grund genug sein, nicht objektiv zu berichten, sondern möglichst sensationelle Schlagzeilen zu produzieren. Selbst öffentlich rechtliche Sender geraten unter Druck wenn das Medium niemand lesen/sehen/hören will. Bei den Privaten gibt es ein stark finanzielles Interesse die Auflage zu steigern, und auch das öffentlich Rechtliche finanziert sich mittlerweile auch durch Werbeeinnahmen.

Abgesehen vom finanziellen Aspekt gibt es insbesondere bei Nachrichten noch ein politische Ziel: die öffentliche Meinung zu beeinflussen - man spricht hier gerne von Meinungsbildung. Aber natürlich verfolgen die Besitzer von Zeitungen und Mediengruppen eine eigene politische Agenda.

Die Medienkonzentration

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Medienlandschaft auf immer weniger große Medienkonzerne verkleinert.

Im Privatfernsehen dominieren ProSiebenSat.1 Media (ProSieben, Sat.1, kabel eins, ...) und die Bertelsmann/RTL-Group (RTL, RTL II, VOX, n-tv, Super RTL). Nachrichtenlieferant für die drei großen ProSiebenSat.1 Sender ist N24, welches wiederum zum Axel Springer Verlagshaus (Bild, Die Welt, Fakt) gehört. Auch im Printbereich ist es keine Besonderheit, das ein Verlagshaus mehrere große Zeitungen verlegt (Funke_Mediengruppe, Südwestdeutsche Medien Holding, Verlagsgruppe Madsack).

Diese Entwicklung verringert die Medienvielfalt und Meinungspluralität. Es besteht die Gefahr, dass der Medienkonsument den Eindruck erhält, das "alle" Medien ja das gleiche Berichten.

Öffentlich rechtliche Medien

Auch hinter den öffentlich rechtlichen Medien stehen Interessengruppen (vertreten in den Rundfunkräten) die ihre eigene jeweilige politische Agenda verfolgen. Im Sinne der Rundfunkgesetze sollen die öffentlich Rechtlichen durch pluralistische Berichterstattung zur freien Meinungsbildung beitragen. Ein sehr guter Grundgedanke. In der Praxis wird häufig der starke staatliche Einfluss auf die Rundfunkräte und die Wahl des Intendant kritisiert.

Lügenpresse

Der Begriff wurde zu Recht zum Unwort des Jahres gekürt. Kritische Berichterstattung mag niemand gerne, aber ohne sie wäre unsere Pressefreiheit nicht existent. Natürlich wird jede Veranstaltung, Meinung oder Forderung, die vom linken oder rechten Rand kommt, von einem "gemäßigten" Journalisten heftig kritisiert. Natürlich gibt es eine Menge Gegenwind und negative Presse, wenn man sich am politischen Rand befindet oder eine extreme Position vertritt. Das ist gut so. Und das ist kein Grund zum Jammern oder mit wüsten Beschimpfungen zu reagieren. Das ist natürlich keine neutrale Berichterstattung - das ist Freiheit.
Kommt damit klar. Und in jeder vehementen, unfairen Kritik steckt meist auch Stückchen Wahrheit.

Meinungsmanipulation

Die öffentliche Meinung wird manipuliert? Ja, definitiv. Jede Interessensgruppe versucht die öffentliche Meinung mit Hilfe der Medien und Sozialen Medien zu beeinflussen. Willkommen im 21. Jahrundert. Die Grenzen zwischen objektiver Berichterstattung und "Manipulation" sind hierbei fließend. Allein die Entscheidung über welche Themen man berichtet und welche man ignoriert, trägt im hohen Maß zur Meinungbildung bei.

Doch diese Meinungsmanipulation durch Gesetze eindämmen zu wollen ist Quatsch. Das funktioniert einfach nicht und endet nur in Zensur. Alleinig die Transparenz darüber von wem eine Nachricht kommt und welche anderen Meinungen es zum Thema gibt, helfen gegen plumpe Manipulation.

Mündiger Medienkonsum

Egal welche politische Meinung man vertritt. Als mündiger Bürger sollte man VERSCHIEDE Medien konsumieren, die die Meinung UNTERSCHIEDLICHER INTERESSENSGRUPPEN darlegen. Wer immer nur in einem Medium bleibt, dass ihm seine eigene Meinung bestätigt - der bleibt dumm. Als mündiger Bürger sollte man stets das Quäntchen Wahrheit in der Kritik am eigenen Weltbild suchen.

 

 

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